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Praktische Hilfe
Wenn die ersten Anzeichen von autistischen Störungen bei einem Kind
beobachtet werden, fängt für die Eltern ein langer Weg an, bis sie gute Ratschläge
und praktische Hilfe bekommen. Hier einige Punkte, die zu berücksichtigen sind:
Kinderarzt und Kinderpsychiater kontaktieren
Anfrage für finanzielle Unterstützung
- Es ist wichtig, bei der IV schriftlich eine finanzielle Unterstützung zu beantragen, und zwar schon bevor die Diagnose eindeutig gestellt ist. Wird dieser Antrag vor dem 5. Geburtstag des Kindes gemacht, kann es von medizinischen Massnahmen nach Art. 4 IVV profitieren.
Auf Grund dieser medizinischen Massnahmen kann die Familie eine finanzielle Hilfe für die Hauspflege bekommen. - Für die administrativen Abläufe können die Eltern bei Sozialdiensten wie z.B. Pro Infirmis (www.proinfirmis.ch) Hilfe finden.
Entlastungsdienste
Die alltägliche Begleitung eines Kindes mit Autismus hat oft einen Zustand der Spannung und extremer Müdigkeit zur Folge, unter welchem das ganze Familienleben leidet. Ist es für die Eltern und die Geschwister dieses Kindes möglich, eine «Auszeit» zu nehmen? Eine gewisse Weile wie eine «normale Familie» zu leben, in der man auch mal Zeit hat, an sich selber zu denken? Die auf Autismus spezialisierten Angebote sind noch sehr rar, doch bestehen viele nicht speziell auf Autismus ausgerichtete Dienste, wie z.B. die Entlastungsdienste von Pro Infirmis oder von diversen privaten Betreuungsstätten.
Einschulung
Die Fragen der Einschulung des Kindes sind vielfältig und komplex. Was ist am besten für mein Kind? Wo kann es sich optimal entwickeln? Welche Schulsituation stellt ein gutes Gleichgewicht dar zwischen der Integration in eine reguläre Gruppe und ein an seine Schwierigkeiten und spezifischen Bedürfnisse adaptiertes Programm?
Die Antworten bleiben immer individuell und sind abhängig von mehreren Faktoren:
- Die Charakteristika des Kindes:
- seine kognitiven Fähigkeiten
- seine Verhaltensstörungen
- sein Toleranzniveau in der Gruppe
- sein Alter etc.
- Die Situation der Familie:
- ihre geographischen Lage
- ihre finanzielle Situation
- die Zeit, die zur Verfügung steht
- ...
- Die Realität der Schule:
- spezifische Angebote für Autismus in der Nähe
- die Ressourcen der regulären Schule (heilpädagogische Begleitung
- zur Verfügung oder nicht)
- die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule
- ...
In der Integrations-Diskussion sind zwei klare Tendenzen auszumachen. Die erste ist, dem Kind so viel wie möglich mit einer intensiven Begleitung zu helfen, sich in einer normalen Klasse zu integrieren (Heilpädagoge in der regulären Klasse). Die zweite aber ist, dem Kind eine an Autismus adaptierte strukturierte Räumlichkeit in einer kleinen Sonderschulgruppe anzubieten, um ihm ein an seine Schwierigkeiten angepasstes Förderprogramm vorzuschlagen.
Die Debatte bleibt offen, und jede gewählte Orientierung sollte mit dem ganzen Netz besprochen werden (Familie, Schule, heilpädagogischer Dienst).
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